Tipps zum Igelkauf


Nach ausreichender Information soll nun ein Igelchen einziehen?

 

Hier einige Tipps die einen guten Züchter ausmachen.

Ein guter Züchter..

  • führt Stammbäume über mehrere Generationen in denen mindestens Name, Farbe und Herkunft der Ahnentiere aufgelistet sind. (Auch wenn man denkt einen Stammbaum brauch ich nicht, ist nur dieser der Nachweis dafür dass keine Inzucht betrieben wurde! Bitte nicht auf beliebte Ausreden hereinfallen wie "die Eltern stammen aus verschiedenen Ecken Deutschlands und sind auf keinen Fall verwandt" der europäische Genpool ist klein und so kann sogar bei Elterntieren aus verschiedenen Ländern eine enge Verwandtschaft vorhanden sein. Nur das genaue abgleichen der Stammbäume und der Genetik bringt Gewissheit.) Da Papier nur begrenzt Platz bietet, verlängere ich meine Stammbäume auf Nachfrage auch gern um weitere Generationen
  • zeigt seine Haltung. Ganz wichtig! Wer da was zu verheimlichen hat und Ausreden erfindet der wird seine Gründe haben..
  • zeigt die Elterntiere. Bzw. Mindestens die Mutter und Fotos vom Vater falls dieser nicht aus der eigenen Zucht stammt.
  • fragt Interessenten nach der zukünftigen Haltung. Wen es nicht interessiert wo seine Nachzuchten landen dem sind die Tiere wohl egal. Ich frage daher stets pingelig genau nach und lasse mir Fotos zeigen. Das kann im ersten Moment vielleicht etwas streng wirken, ist aber keine böse Absicht oder Schikane meinerseits, sondern soll nur dem Tierwohl dienen. Gemeinsam kann man außerdem gleich vieles optimieren was andernfalls vielleicht erst nach der Ankunft des neuen Mitbewohners erkannt werden und mühsam umgebaut werden müsste. Siehe hier
  • verpaart nur mit Rücksicht auf Schonzeiten der Mütter! Zwischen mehreren Würfen eines Weibchens sollten mindestens 6 Monate liegen, ein Weibchen sollte zum Zeitpunkt der Geburt maximal 3 Jahre (besser nicht wesentlich älter als 2 Jahre) alt sein. So bekommt ein Weibchen in einer tiergerechten Zucht maximal 3 Würfe im Leben.
  • behält auch "ausgediente" Zuchttiere und verkauft sie nicht sobald sie ihren Soll erfüllt haben..
  • steht jederzeit auch nach dem Kauf zur Beratung oder bei Problemen, z.B. auch Abgabe, zur Verfügung
  • vermittelt Weibchen nicht in Einzelhaltung
  • vermittelt Jungtiere nicht unter 8 Wochen und 180 Gramm
  • verkauft nicht auf Börsen und Messen. Diese Art des Verkaufs lässt sich in keinster Weise mit einem artgerechten Umgang vereinbaren. (Tiere werden zur falschen Tageszeit geweckt und ausgestellt, sitzen in zu kleinen Schaukästen oft ohne Rücksichtsmöglichkeit, werden ohne gründliche Information und Überprüfung an "Laufkundschaft" vermittelt, von vielen Fremden begrabscht und nicht selten zu jung abgegeben)
  • verkauft nicht zu Dumpingpreisen (unter 100 Euro) und nicht zu Wucherpreisen (über 200 Euro) normal sind je nach Farbe und Geschlecht Preise von etwa 130 bis 180 Euro.

Leider führt die steigende Beliebtheit eines stacheligen Haustiers zu immer mehr "Not-Igeln" die aufgrund veränderter Lebensumstände oder schlichtweg Überforderung abgegeben werden. Auch ausgesetzte Fundigel gibt es schon, so dass man mitunter auch in Tierheimen Weißbauchigel antrifft.

Ich sowie einige weitere Züchter haben die Problematik erkannt und setzen uns auch für die gute Vermittlung solcher "Notis" ein. 

Hierfür wurde die Facebookseite "Zweite Chance" ins Leben gerufen.

Solch einen Notigel aufzunehmen ist eine tolle Sache, um eine realistische Erwartung zu haben, sollte man jedoch wissen, dass diese Tiere oft bereits negative Vorerfahrungen machen mussten und nur mit viel Zeit (oder auch garnicht!) neues Vertrauen fassen und handzahm werden können.